Es war ein schöner Tag. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und Thomas saß auf seiner Veranda und genoss den Sommer. Allerdings trübten düstere Gedanken sein Gemüt. Er hörte von einer Seuche die im Osten ihr Unwesen treibt. Er fürchtete das sie ihn und seine Familie auch hier in Brill heimsuchen könne. Thomas schaute in den Himmel und erkannte das es schon spät war. Er musste sich fertig machen. „Thomas?“ rief seine Frau. „Ja Ina?“ entgegnete er. „Es wird Zeit! Wir müssen in die Stadt.“ Thomas machte sich auf um seinen Gehrock anzuziehen. Er lief in das Schlafzimmer, dort lag er schon ausgebreitet auf dem Bett. Daneben lag ein Flugblatt, in großen Lettern stand dort: „Prinz Arthas kehrt nach Hause zurück! Bereiten wir ihm einen Empfang!“ Thomas entschloss darauf hin mit Ina in die große Stadt Lordaerons zu gehen um den heimkehrenden Sohn gebührend zu empfangen. Seine zwei Kinder waren zur Zeit bei ihrer Großmutter, von daher waren sie heute nur zu zweit. Ina stand schon fertig in der Tür und tippelte ungeduldig mit dem Fuß auf den Dielenboden. „Ja ja.“ grummelte Thomas. „Thomas Messi Crowd, wenn du dich nicht beeilst kommen wir zu spät!“ Immer wenn er etwas tat was sie nicht gut hieß nannte sie ihn beim vollen Namen, er mochte es nicht, fühlte sich dann wie ein Kind. Ihm gefiel es allerdings wenn sie ihn nur bei seinem zweiten Vornamen nannte, das machte sonst niemand, das war IHR Privileg. Er sinnierte darüber wie glücklich er sich schätzen konnte eine Frau wie Ina zu haben, die ihn ertrug und seine Marotten belächelte. Er versank in Gedanken und wurde jäh herausgerissen. „MESSI!“ schrie Ina von unten durch das Haus. Er zog sich rasch an und hastete die Treppe hinunter. „Na endlich“ entgegnete sie, zupfte ihn ein wenig zu Recht und sie verließen das Haus. Der Weg nach Lordaeron war nicht weit. Brill befand sich gleich in der Nähe der Tore der Stadt. Die mächtigen Tore waren weit offen und viele Leute versammelten sich dort. In ihrer Mitte war ein Bereich geschaffen der durch die offenen Tore bis zum Thronsaal führte. „Der Prinz kommt!“ riefen einige. „Ja er hatte den Feldzug im Norden erfolgreich beendet!“ riefen andere. Thomas reihte sich in die Menge ein, konnte allerdings nichts erkennen. Auch Ina versuchte etwas zu sehen und richtete sich immer wieder auf Zehenspitzen auf aber sie war zu klein. Plötzlich fing die Menge an zu jubeln. Von Osten näherte sich ein kleiner Trupp Reiter ganz vorne ritt Prinz Arthas in einer mächtigen Rüstung. Er ritt schnell an der Menge vorbei, den Blick grimmig gesenkt. Thomas wunderte sich darüber. Er sollte doch froh sein wieder zuhause zu sein, dachte er sich. Arthas schritt mit langen und festen Schritten durch die Stadt und erreichte den Thronsaal. Die Menge jubelte doch einige warfen sich besorgte Blicke zu. Auf einmal brach Panik aus, ein Schrei erklang und die Menge schaute in Richtung Osten. Mehrere Reiter erschienen am Waldrand und hunderte Krieger, allerdings keine Menschen sondern Untote. Die riesige Armee rannte die Hügel Lordearons herab und fiel über die Menge her. Die kreischenden Bewohner waren allesamt unbewaffnet und das Heer befand sich nicht in der Stadt. Die Reiter ritten durch die Menge und die fliehenden Menschen knickten um wie Streichhölzer. Schlachtend und Metzelnd sprangen Ghule von Mensch zu Mensch und rissen sie in Stücke. Thomas schnappte sich Ina und rannte so schnell er konnte gen Westen. Er betete und lief. Plötzlich fiel Ina zu Boden, sie machte dabei kein Geräusch. Thomas schaute entsetzt auf den Bolzen der in ihrem Rücken steckte und um den sich Blut ausbreitete und ihr weißes Kleid rot färbte. Voller Entsetzen starrte er auf einen Soldaten, nur aus Knochen bestehend, in der Hand eine kleine Armbrust, der Bolzen war schussbereit eingelegt. Ein Klicken ertönte und das Geschoss flog los. Thomas spürte einen stechenden Schmerz in seiner Brust. Er sah an sich herab und viel auf die Knie. Er hustete, Blut sammelte sich in seinem Mund. Mit letzter Kraft drückte er die leblose Hand seiner Frau und brach zusammen. Die Welt um ihn herum verschwamm und es wurde schwarz.
Mit einem lauten Stöhnen wurde Thomas wach. „Bleib ruhig!“ rief eine Stimme. Thomas öffnete die Augen. Er befand sich in einem Haus was dem seinen sehr ähnlich ist. Nein, es war sein Haus. Das letzte woran er sich erinnern konnte war der Bolzen in seiner Brust und…“INA!“ rief er. Er sah sich um konnte jedoch nichts entdecken. Ihm gegenüber saß eine scheußliche Gestalt. Eine lebende Leiche. Da wo sich sonst seine Gelenke befanden stachen Knochen hervor und überall fehlte Fleisch. Das Einzige was ihn noch ein wenig an sein Dasein als Mensch erinnern lies war das Grinsen in seinem Gesicht. „Hallo.“ sagte die Gestalt. Thomas nickte ihm zu. Du wirst dich fragen warum du hier bist und wieso du noch lebst.“ Die Gestalt kicherte und meinte dann: „Wobei leben hier vielleicht ein wenig übertrieben ist.“ Thomas runzelte die Stirn und erst jetzt fiel ihm auf das die düstere Gestalt ihm gegenüber nicht viel anders aussieht als er. Seine Haut war blass und hing in trockenen Fetzen herunter wie trockenes Papier. Fragend schaute er die Gestalt an. „Wo sind nur meine Manieren. Garreth mein Name.“ Thomas wartete. „So, du fragst dich bestimmt was hier los ist, lass es mich kurz erklären.“ Garreth erzählte ihm von dem Überfall auf Lordaeron, von dem Gemetzel und der Wiedererweckung durch Kel’Thusad und der Sklaverei durch Arthas und den Lichkönig. „Wieviel Zeit ist vergangen?“ fragte Thomas. „2 Jahre.“ sagte er. „Wie ist eigentlich dein Name?“ fragte Garreth. „Tho….“ wollte er sagen und stockte kurz und dachte an Ina. „Messi ist mein Name.“ antwortete er dann.